Anlässlich des Welttages der Armen luden verschiedene Organisationen des Duisburger Nordens (Pfarrei St. Johann, der Petershof, die Duisburger Werkkiste, Projekt LebensWert, Empathie e.V. und der Sportverein DJK Eintracht Marxloh) zum gemeinsamen Mahl.
Unter dem Motto „Mahlzeit – unser Weltmenü“ trafen sich die zumeist jugendlichen Akteure mit etwa 40 neugierigen Gästen aus unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens. Das Besondere: Die Gäste kannten weder das Rezept noch ihre Küchen-Crew.
Nach der Begrüßung durch Sr. Mariotte Hillebrand stellte jede Gruppe kurz mit selbst gestalteten Plakaten ihren Teil des Menüs vor und die Zusammenhänge von Armut, Umwelt und persönlicher Lebenssituation. Dann waren die Gäste am Zug: Das Essen war nämlich noch nicht fertig! Beim gemeinsamen Zubereiten und Essen der z.T. exotischen Gerichte kamen Menschen miteinander ins Gespräch, die sich sonst kaum zufällig über den Weg laufen.
So fühlte sich Abt Albert Dölken sichtlich wohl dabei, mit den Frauen vom Empathie e.V. überbackene Hackfleischtaschen mit Kräutern zu füllen. „Es ist schade, dass ich sonst im Alltag viel zu selten zum Selberkochen komme. Umso mehr freue ich mich, dass ich hier ein Gericht der kleinasiatischen und arabischen Küche kennenlernen darf“, erklärte der Prämonstratenser.
Währenddessen wurde nebenan das Reisgericht Briany mit Geflügelfleisch, Rosinen und zahlreichen Kräutern zubereitet. Verantwortlich für das Waschen und Kleinschneiden der Blattpetersilie war Weihbischof Ludger Schepers. Die Jugendlichen vom DJK Eintracht Marxloh stellten mit ihren Gästen gesunde Smoothies her: Bananen, Äpfel, Papayas und Beeren wurde geschält, geschnitten und gemixt. Etwas ruhiger ging es bei der Zubereitung des Nachtisches zu.
Sr. Ursula Preußer und das Petershof-Team verteilten Schoko-Biskuits auf Schälchen. Bürgermeister Volker Mosblech durfte die Schokoladensoße rühren. „Diese Aktion zeigt einmal mehr, wie lebendig und bunt dieses Quartier ist“, meinte er dazu.
Weihbischof Ludger Schepers brachte es auf den Punkt: „Das gemeinsame Zubereiten und Speisen von und mit jungen und alten Menschen, Muslimen und beiden christlichen Konfessionen, Alt- und Neubürgern ist ein deutliches Zeichen für das friedliche und gegenseitig inspirierende Miteinander. Besonders beeindruckt haben mich die klaren und kreativen Gedanken und Ideen der jungen Leute zum Themenhintergrund des Welttags der Armen. Ich fiebere schon der Veranstaltung im nächsten Jahr entgegen.“
Die Diözesanveranstaltung zum Welttag der Armen fand drei Tage später in Essen statt. Auch hier stand ein gemeinsames Mahl im Mittelpunkt, das viele Menschen vom Banker bis zum Wohnungslosen zusammenbrachte.
Hintergrundinformationen zum Welttag der Armen:
Der Welttag der Armen wurde 2016 von Papst Franziskus für die ganze Kirche eingeführt zur Vorbereitung der Feier des Christkönigssonntags, also am Sonntag zwei Wochen vor dem 1. Advent. Zum ersten Mal fand er am 19.11.2017 statt. Papst Franziskus will mit diesem Tag hervorheben, dass Jesus Christus sich gerade mit den Geringen und Armen identifiziert hat, und lädt alle dazu ein, Jesu Botschaft des Evangeliums gerade in der Begegnung auf Augenhöhe mit den Geringen und Armen und in der Beziehung zu ihnen zu entdecken. In seiner Botschaft zum Welttag der Armen 2018 lädt er konkret dazu ein, eine Mahlzeit miteinander zu teilen.
Das Bündnis „Welttag der Armen“, an dem sich u.a. die oben genannten Institutionen beteiligen, will daran mitwirken, dass alle Menschen als Kinder Gottes an einer besseren Welt mit bauen und ein gutes Leben führen können. Dabei geht es von einer integralen Sicht des Menschen aus, bei der der Mensch ganzheitlich mit seiner physischen und psychischen Verfasstheit ernstgenommen wird. Das Bündnis bezieht dabei ausdrücklich den gesamten Lebenskontext der Menschen mit ein: die Wohn-, Bildungs- und Arbeitssituation sowie die Kultur und die Beziehungen, in denen er lebt. Es setzt sich für ein Leben in Würde sowie eine Kultur der Barmherzigkeit und Solidarität ein.
Das Bündnis tritt ein für eine Politik und Kultur der Aufmerksamkeit und der Achtsamkeit. Es versteht sich als Sprachrohr für weltweite Gerechtigkeit und solidarisches Handeln und will den Einsatz der Menschen für Gerechtigkeit fördern.
